ALLES MIT LIEBE!

Seit Freitag, 9.Juli 2021, ist unsere Ausstellung „ALLES MIT LIEBE“ im Haus des Gastes in Gstadt am Chiemsee zu bewundern.

LAUTER STOFFELIGE LEUT‘ MIT WUNDERVOLLEN AUSNAHMEN….

Seit Freitag sind wir wieder in Gstadt. Wir haben insgesamt, an zwei Tagen, 13 Stunden lang über 100 Bilder gehängt. Bis alles harmonisch und stimmig war, braucht es eben seine Zeit. Das war wie immer sehr kraftraubend und es ist wirklich erstaunlich, wie gründlich man jedes Mal verdrängt, was für ein Mammutprojekt so eine Ausstellung eigentlich ist. Zumal wir nach vorheriger Absage nicht mal drei Wochen Zeit hatten, alles einzutüten.

Gleich die erste Dame, die reindrängte, als wir noch gar nicht eröffnet hatten, hat mich mit einem Satz komplett demoralisiert.
„Sie sind ja noch jung, Sie können ja noch viel lernen!“
Als sie gesehen hat, wie meine Gesichtszüge vereist sind, hat sie versucht zurückzurudern. Von wegen ich sei ja so viel jünger als sie. Das hat es allerdings auch nicht mehr gerettet.
Nach so vielen wirklich hochstressigen Tagen so was zu hören, gibt einem echt den Rest.
Aber das war ja erst der Anfang einer Erfahrung, die ich so wirklich nicht mehr haben möchte.

Diese Ausstellung wird in dieser Form, nach heutiger Gefühlslage und Frustpegel die letzte sein.
Dauernd kommen andere Künstlerinnen rein, die mir ungefragt ihre eigenen Werke am Handy zeigen. Lobe ich dann nicht ausführlich genug, verschwinden sie sofort, ohne meine Bilder auch nur eines Blickes zu würdigen. Wessen Ausstellung ist das eigentlich?

Den Vogel schoss gestern ein Mann ab, der sich schockiert von den Preisen zeigte. Erstens ist das ja wohl meine Entscheidung, was mir meine Originale wert sind. Zweitens hat er keine Ahnung wie viele Ausstellungen man veranstalten muss, um genug Bilder zu verkaufen, davon leben zu können. Eine einfache Bestellung für den Grundbedarf einer Malsession kostet schließlich schon mal 300€.
Der Ausstellungsort hier ist auch nicht umsonst. Hochwertige Rahmen sind sehr kostspielig. Ich habe einen unverkennbaren Stil, ich habe eine Grafik-Ausbildung. Ich denke mir bei jedem Bild, wie mache ich es einzigartig, wie mache ich es zeitlos und für immer kostbar.
Dann hat er gemeint, ich soll halt mal was verkaufen. „Hab ich“, hab ich gesagt. Er sähe keine Punkte, kam dann zurück. Dass er nicht gescheit sieht, merkte man ja bereits daran, dass er die Besonderheit und die essenzielle Kraft meiner Bilder nicht kapierte.
Dann kam natürlich der übliche abfällige Satz: „Machen Sie das hauptberuflich?“
„Ja“, habe ich gesagt, „und ich schreibe auch Bücher.“
`Da wünsche ich Ihnen viel Glück.` (Aber eher in dem Ton, „…denn das werden Sie brauchen.“)
„Das werde ich haben!“ habe ich erwidert.
„Haben oder brauchen Sie?“
„Ach, wissen Sie, LIEBE IST DAS GRÖSSTE GLÜCK!“
Da war sein freudloses Weltbild dann völlig zerstört, glaube ich.

Gestern war aber auch eine sehr liebe und sympathische Familie aus dem Norden da.
Hat mir den Tag gerettet und die allgemeine Stoffeligkeit ausgeglichen.

Genau wie die lebenslustige Dame mit der rosanen Haarsträhne, die am Tag drauf noch mal für ein paar Minuten hochkam, um ein Foto von uns zu machen.

Natürlich alle meine lieben Freundinnen. Krimi-Autor Lutz Kreutzer, dessen Bücher hier ausliegen, der Radler in voller Montur, der wissen wollte, wo er denn eigentlich hier sei. Und wo es denn einen Biergarten gäbe.

Auch finde ich es schön, dass es kein Gemecker gibt, wenn man um die, wegen der Pandemie erforderlichen, Daten bittet. Da zeigen sich eigentlich alle sehr kooperativ. Und selbstverständlich ist die Aussicht immer noch weltweit einzigartig.

Mit heute noch fünf Tage.
Mal sehen, was noch so passiert…

EURE TINA (zum allerletzten Mal hier ausstellend und ich bin nicht Mick Jagger, der das ja immer behauptet.)